Fallstudie: Vom Auftrag zur Umsetzung in sieben Wochen


Themen: TELEKOMMUNIKATION
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Es ist der 10. August, und im Postfach der neu gegründeten Abteilung für Auslandsprojekte von LOSKY landet ein Auftrag für den Bau eines neuen Standorts in Deutschland. Für LOSKY ist es bereits der elfte Standortbau in diesem Jahr. Für unsere neue Auslandsabteilung ist es jedoch der allererste.

Der Termin? Die üblichen sieben Wochen vom Auftrag bis zur Fertigstellung und Übergabe an den Kunden.

Woche 33-34: Vorbereitung und Koordination

Die ersten zehn Tage drehen sich vor allem um intensive Vorbereitung. Wir führen die Standortbegehung durch, prüfen die Projektdokumentation und die Fertigungslisten, holen Angebote für die Stahlkonstruktion ein und sichern die nötigen Genehmigungen für Arbeitsbühne und Kran.

Wir bestätigen den Lieferanten der Blitzschutzanlage und reichen beim Netzbetreiber den formellen Antrag auf einen neuen Netzanschluss ein.

Hauptziel ist es, alle zeitaufwendigen administrativen Prozesse so früh wie möglich in Gang zu bringen und dafür zu sorgen, dass die einzelnen Tätigkeiten nahtlos ineinandergreifen.

Woche 35-39: Finale Vorbereitungen

Die folgenden Wochen gehören vor allem der Koordination und den finalen Vorbereitungen der eigentlichen Umsetzung. Gemeinsam mit dem Montageteam erstellen wir den SiGe-Plan (Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan). Wir bestätigen den Zeitplan und den Arbeitsablauf, den wir anschließend dem Gebäudeeigentümer zur Genehmigung vorlegen. Über die geplanten Arbeiten informieren wir auch die Mieter.

Zugleich haben wir Raum, die letzten offenen Punkte und Unklarheiten zu klären, die sich bei der technischen Begehung ergeben haben. Gerade die gründliche Vorbereitung ist eine der Voraussetzungen dafür, dass die Umsetzung termingerecht und ohne unnötige Komplikationen verläuft.

Woche 40: Umsetzung

Die Umsetzungswoche beginnt bereits am Sonntag mit dem Verladen der Stahlkonstruktion im Werk und dem Transport des Materials zum Standort. Ab Montagmorgen laufen dann die Montagearbeiten auf Hochtouren.

Auf dem Gebäude entsteht eine neue Blitzschutzanlage. Es folgen die von der Arbeitsbühne aus verlegten Kabeltrassen, Kernbohrungen und Durchführungen, der Kran und die Montage von 1,35 Tonnen Hauptstahlkonstruktion, die Verankerung im Dach, die Abdichtung und der Elektroanschluss.

Ein deutschsprachiger Projektmanager ist die ganze Woche direkt vor Ort, und der Kunde erhält jeden Abend eine laufende Fotodokumentation.

Am Mittwoch, dem 30. September, ist die Konstruktion fertiggestellt. Auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses in Stadtbergen bei Augsburg schließt das LOSKY-Team damit eine weitere komplette Umsetzung eines neuen Standorts erfolgreich ab.

Der Hauptmast vor dem Hub - 1,35 Tonnen feuerverzinkter Stahl und ein Kran für einen einzigen Tag.
Der Hauptmast vor dem Hub – 1,35 Tonnen feuerverzinkter Stahl und ein Kran für einen einzigen Tag.
Die fertige Konstruktion auf dem Dach in Stadtbergen, 30. September.
Die fertige Konstruktion auf dem Dach in Stadtbergen, 30. September.

Lektion: First Time Right

Bei LOSKY setzen wir auf das Prinzip First Time Right – die Dinge gleich beim ersten Mal richtig zu machen. Diese Umsetzung hat uns jedoch erneut daran erinnert, dass das nicht nur bedeutet, alles fachgerecht zu montieren, was in der Projektdokumentation eingezeichnet ist. Es bedeutet auch, mit dem zu rechnen, was darin nicht eingezeichnet ist.

Nur einen Tag nach Abschluss der Installation zeigt sich nach Regen Wasser im Treppenhaus des Hauses. Und uns wird klar, dass wir ein Problem haben.

Gleich am nächsten Tag sind wir zurück auf dem Dach. Die Techniker legen alle Verankerungspunkte erneut frei, und wir führen die Abdichtung in drei Schichten noch einmal aus, genau nach dem technologischen Verfahren und unter Einhaltung der vorgeschriebenen Zeiten.

Als nach dem nächsten Regen erneut Wasser auftritt, ist klar, dass bloße lokale Reparaturen nicht ausreichen. Statt weiter zu flicken wählen wir ein gründlicheres Vorgehen und legen die gesamte Konstruktion großflächiger frei, bis auf den Beton.

Und genau hier finden wir schließlich die wahre Ursache. Nur drei Zentimeter von unserer Durchführung entfernt entdecken wir eine verdeckte Öffnung mit einem Elektroinstallationsrohr, das durch das Dach bis zum Verteilerschrank im obersten Stockwerk führt. Es ist voller Rost und Ablagerungen und allem Anschein nach mehrere Jahre alt.

Es handelt sich um einen versteckten Mangel, der bei einer üblichen technischen Begehung nicht zu erkennen war.

Das geöffnete Dach: drei Zentimeter von unserer Durchführung entfernt eine alte, überdeckte Öffnung mit einem Leerrohr.
Das geöffnete Dach: drei Zentimeter von unserer Durchführung entfernt eine alte, überdeckte Öffnung mit einem Leerrohr.
Das Ende des alten Leerrohrs im Verteilerschrank im obersten Stockwerk - Rost und Ablagerungen.
Das Ende des alten Leerrohrs im Verteilerschrank im obersten Stockwerk – Rost und Ablagerungen.

In einem solchen Moment muss der Kunde nicht hören, wer an dem Problem schuld ist. Er braucht einen Partner, der es schnell und zuverlässig löst.

Und genau deshalb ist First Time Right für uns keine bloße Floskel, sondern eine Reihe konkreter Prinzipien, nach denen wir bei der Umsetzung handeln:

  1. So zu arbeiten, dass unser Teil des Werks beim ersten Mal Bestand hat – in hoher Qualität, mit hochwertigem Material und unter Einhaltung der technologischen Verfahren.
  2. Damit zu rechnen, dass bei komplexen Bauvorhaben jederzeit unerwartete Komplikationen auftreten können, und darauf vorbereitet zu sein. Ausreichende Kapazitäten für eine schnelle Behebung bereitzuhalten, deutschsprachige Teamleiter und Projektmanager, eine offene Kommunikation mit dem Gebäudeeigentümer und dem Kunden und selbstverständlich eine vollständige Fotodokumentation.

Und vor allem – bereit zu sein, bis auf den Beton zu gehen, wenn es nötig ist. Nicht nach Ausreden oder einem Schuldigen zu suchen, sondern nach der wahren Ursache und der Lösung.


LOSKY – FIRST TIME RIGHT

Michal Mrázek · CTO